Welche staatlichen Unterstützungsleistungen gibt es?

Folgende wichtige Sozialleistungen gibt es in Oberösterreich:


•    Sozialhilfe: Die Sozialhilfe ist eine monatliche Geldleistung für Personen mit Hauptwohnsitz und tatsächlichem Aufenthalt in Oberösterreich, die kein oder nur ein geringes Einkommen haben und ihren Lebensunterhalt nicht alleine decken können. Den Antrag können Sie bei Ihrem zuständigen Magistrat bzw. Ihrer zuständigen Bezirkshauptmannschaft / Gemeinde stellen. Alle Informationen zur Sozialhilfe finden Sie hier.

•    Wohnbeihilfe: Die Wohnbeihilfe ist ein monatlicher Zuschuss zur Miete für Menschen mit niedrigem Einkommen. Damit soll leistbares Wohnen ermöglicht werden. Die Höhe der Wohnbeihilfe ergibt sich aus der Differenz zwischen dem anrechenbaren und dem zumutbaren Wohnungsaufwand, wobei die Obergrenze 300 Euro pro Monat beträgt. Nähere Informationen zur Wohnbeilhilfe finden Sie hier.  

•    Pflegegeld: Das Pflegegeld wird monatlich ausbezahlt und soll pflegebedürftigen Menschen die Möglichkeit bieten, sich die notwendige Betreuung und Hilfe zu sichern. Es wird gewährt, wenn Pflegebedürftigkeit vorliegt, der ständige Betreuungs- und Pflegeaufwand mehr als 65 Stunden im Monat beträgt und voraussichtlich länger als sechs Monate bestehen wird. Die Höhe richtet sich nach dem Pflegebedarf und ist stufenweise gestaffelt. Der Antrag muss beim zuständigen Sozialversicherungsträger gestellt werden. Die Informationen dazu finden Sie hier. 

•    Familienbeihilfe: Sie wird unabhängig vom Einkommen Eltern gewährt, die ihren Lebensmittelpunkt in Österreich haben und die mit ihrem Kind in einem gemeinsamen Haushalt leben oder überwiegend Unterhalt leisten. Bei der Geburt eines Kindes ist grundsätzlich keine Antragstellung nötig. 
Weitere Beihilfen für Familien sind der Mehrkindzuschlag und die Schulfahrtbeihilfe.
Nähere Informationen erhalten Sie bei Ihrem zuständigen Finanzamt oder hier.

Sonstige Hilfen und Zuschüsse in Oberösterreich:


•    Heizkostenzuschuss: Personen mit einem geringen Einkommen wird für die  Beheizung einer Wohnung bzw. eines Hauses einmal pro Heizperiode ein Heizkostenzuschuss gewährt. Dabei ist es gleichgültig, mit welchem Energieträger geheizt wird, außer man kann den Brennstoff mit eigenen Energiequellen abdecken. Der Zuschuss beträgt 175 Euro pro Haushalt. Den Antrag können Sie bei Ihrem Gemeindeamt beantragen. Alle Informationen dazu gibt es hier.


•    Hilfe in besonderen Lebenslagen: In Notsituationen bei Vorliegen eines besonderen Härtefalls (bspw. unvorhergesehene und dringliche Anschaffungen/ Ausgaben z.B. aufgrund eines Todesfalles, Erkrankung, Delogierung oder im Zusammenhang mit sonstigen Schicksalsschlägen) kann das Land OÖ eine einmalige finanzielle Unterstützung gewähren. Darauf gibt es keinen Rechtsanspruch. Den Antrag und alle Informationen dazu finden Sie hier. 

•    Schulveranstaltungshilfe des Landes OÖ: Eltern von schulpflichtigen Kindern können eine Förderung für mehrtägige Schulveranstaltungen beantragen. Informationen zu den genauen Voraussetzungen sind hier zu finden. 
  
•    Familienhärteausgleichsfonds des Bundeskanzleramtes: Der Härteausgleich bietet Familien mit Kindern in Notsituationen eine einmalige finanzielle Überbrückungshilfe, wenn alle anderen gesetzlichen Unterstützungsmöglichkeiten ausgeschöpft sind. Die finanzielle Notlage muss unverschuldet durch ein besonderes Ereignis entstanden sein. Alle Informationen und das Antragsformular gibt es hier. 

Gebührenbefreiungen:


•    Befreiung von der Rezeptgebühr: Für rezeptgebührenbefreite Personen übernimmt die ÖGK die Kosten aller auf einem Rezept verschriebenen Medikamente zur Gänze (außer Privatrezepte und rezeptfreie Heilmittel). Manche Personengruppen sind automatisch per Gesetz von der Rezeptgebühr befreit, wie z.B. Bezieher*innen von Sozialhilfe oder einer Ausgleichszulage. Andere Personen mit niedrigem Einkommen können unter bestimmten Voraussetzungen per Antrag befreit werden. Alle Informationen der ÖGK dazu finden Sie hier. 

•    Befreiung von der Rundfunk- und Fernsehgebühr, Zuschussleistung zum Fernsprechentgelt (GIS-Befreiung): Bei sozialer und/oder körperlicher Hilfsbedürftigkeit kann eine Befreiung von den Rundfunkgebühren beantragt werden. Zusätzlich sind eine Zuschussleistung zum Fernsprechentgelt und eine Kostenbefreiung von der Entrichtung der Erneuerbaren-Förderpauschale, des Erneuerbaren-Förderbeitrages sowie des Grüngas-Förderbeitrages (EAG-Kostenbefreiung) über die GIS möglich. Das Einkommen aller im Haushalt lebenden Personen darf eine bestimmte Grenze nicht überschreiten. Die Befreiung ist außerdem an den Bezug bestimmter Leistungen wie Sozialhilfe, Pension, Studienbeihilfe oder Pflegegeld usw. gebunden. Alle Informationen dazu finden Sie hier. 


Eine ausführliche Darstellung aller Sozialleistungen und Unterstützungsmöglichkeiten finden Sie im Sozialratgeber 2022. 
 

Wenn Sie Fragen haben oder eine nähere Beratung brauchen, wenden Sie sich gerne an uns.